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Umweg zum Fortschritt

Der romantische Blick auf die Klassik  

Schlosspark 5
34131 Kassel

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Event organiser: Museumslandschaft Hessen-Kassel, Schlosspark 1 am Schloss Wilhelmshöhe, 34131 Kassel, Deutschland
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Die Kasseler Musiker*innen Shi-Yu Yu-Holz (Cello), Aram Badalian (Violine), Peter Gries (Viola) und Fil Liotis (Klavier) führen neben dem Klavier-Quartett in g-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart auch das knapp 100 Jahre später entstandene Klavier-Quartett in g-Moll von Luise Adolpha Le Beau auf. In Kooperation mit der Musikakademie der Stadt Kassel »Louis Spohr«.

Knapp 100 Jahre trennen die beiden Klavierquartette des Programms und doch stehen sie in einer inneren Verbindung. Als die badische Pianistin und Komponistin Louisa Adolpha Le Beau 1883 eine Konzertreise nach Mitteldeutschland unternahm und unter anderem Franz Liszt in Weimar traf, feierte sie wenig später ihr Debüt im Gewandhaus Leipzig mit ihrem Klavierquartett, dessen Aufführung von je einer Komposition Haydns und Mozart eingerahmt wurde. In ihren hochaufschlussreichen „Lebenserinnerungen einer Komponistin“ taucht der Name Mozarts allein 44 Mal auf, derjenige Wagners oder Brahms‘, also ihrer Zeitgenossen, findet jedoch deutlich seltener Erwähnung. Le Beau war eine glühende Verehrerin Mozarts, an dem sie die Klarheit der Form und den Einfallsreichtum der Melodie bewunderte. Die bereits erwähnten Lebenserinnerungen zeichnen das Bild einer vielseitig begabten und im besten Sinne des Wortes ehrgeizigen Frau, die um Anerkennung in der musikalischen Welt ringt und sich dabei auch nicht von Rückschlägen einschüchtern ließ, wie sie eine Komponistin in der musikalischen Welt der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und deren patriarchalischen Strukturen nahezu unvermeidlich treffen mussten. Sie verstand sich dabei durchaus auch als Vorkämpferin für die Rechte der Frauen und der Komponistinnen. So forschte und veröffentlichte sie zum Beispiel über Marianna von Martines, einer Zeitgenossin Haydns. Zum Glück entdeckt die Musikwelt von heute sie seit einiger Zeit wieder, zieht der melodische Zauber ihrer Musik doch immer noch in den Bann.

3 Klavierquartette hatte der Verleger und Freund Franz Anton Hoffmeister 1785 bei Wolfgang Amadeus Mozart in Auftrag gegeben. Trotz seiner Inanspruchnahme durch die Komposition seiner Oper „Figaro“ nahm Mozart das Angebot an. Nur zwei Quartette wurden vollendet, weil Hoffmeister angesichts enttäuschender Verkaufszahlen vor allem des ersten der beiden, eben jenes in g-Moll, dem Ritter Köchel in seinem Verzeichnis später die Nummer 478 gab, die Zusammenarbeit beendete. Offenbar verlor auch Mozart das Interesse am Projekt. Belegt sind einige nicht unbedingt begeisterte Äußerungen von Zeitgenossen, denen die Musiksprache der Komposition fremd blieb. Sie erschien ihnen wenig eingängig, langatmig und kompliziert. Man darf nicht vergessen: Für die Menschen am Ende des 18. Jahrhunderts in Wien war Mozart Neue Musik, deren Tonsprache nicht immer verstanden wurde. Rückblickend betrachtet steht das Quartett indes an einem Wendepunkt der Musikgeschichte: Mozart führte mit diesem Werk die Gattung der Kammermusik endgültig aus dem Aufführungszusammenhang des zumeist adeligen Auftraggebers, der sie häufig selbst oder durch Angehörige des Haushalts vor einem handverlesenen Kreis von Zuhörern aufführen ließ, hinein in das Konzertleben. Aus Gebrauchsmusik wurde absolute Musik. In der Musikgeschichte gilt das Klavierquartett in g-Moll auch als Wendepunkt hin zur professionalisierten Kammermusik, die an die Spieler wie an die Zuhörer hohe Ansprüche stellt.

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Ballhaus im Bergpark Wilhelmshöhe
Schlosspark 5
34131 Kassel
Germany
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